Influencer

Gastbeitrag: „Ich kam, ich sah, ich teilte!“ – Wie können sich Influencer vor Strafen schützen?

Wir freuen uns über den folgenden Gastbeitrag des Berufverbands der Rechtsjounralisten e.V..

Soziale Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram & Co. haben die Verbreitung von Fotos, Videos und Meinungen revolutioniert. Immer größere Gruppen können mit den geteilten Inhalten erreicht werden. Einige Personen haben hier sogar ein gänzlich neues „Berufsfeld“ für sich entdeckt: Influencer (wörtlich: Beeinflusser) scharen die Follower um sich und versorgen diese regelmäßig mit mehr oder minder spannenden Erfahrungsberichten sowie Fotos von Reisen, Superfood, Mode oder einfach sich selbst.

Der ein oder andere mausert sich so zu einem Vorbild oder Idol für seine Follower. Dass damit auch ein gewisses Maß an Beeinflussung möglich ist, haben mittlerweile auch Werbetreibende für sich entdeckt. Werbeverträge und hohe Gagen für Influencer sind keine Seltenheit mehr. Nicht nur hier aber ist besonderes Fingerspitzengefühl von den Einflussnehmern vonnöten, um mögliche Strafen zu umgehen.

Vorsicht vor Urheberrechtsverstößen beim Teilen von Inhalten

Aufgrund der Möglichkeit, Inhalte über die unterschiedlichen Social-Media-Kanäle schnell und einfach mit einer breiteren Masse zu teilen, blenden die ein oder anderen aus, dass das Urheberrecht auch und insbesondere im Netz seinen Platz findet. Fotos, die gefallen, dürfen auch hier in der Regel nicht ohne die Zustimmung des Urhebers oder einen Hinweis auf diesen veröffentlicht, verwendet und Dritten zur Verfügung gestellt werden.

Zwar ist es angesichts des Überangebots für Urheber oftmals schwer, auf entsprechende Verstöße aufmerksam zu werden, doch gerade bei Urheberrechtsverstößen bezüglich einer Fotografie kann zum Beispiel die Reverse-Bildersuche hilfreich sein. So können Fotografen überprüfen, wo eines ihrer Bilder geteilt wurde und ob eine entsprechende Berechtigung dazu vorlag. Ist dies nicht der Fall, kann vom Urheber eine Abmahnung an den Rechteverletzer übersandt werden. Die Strafzahlungen richten sich dann nach dem Einzelfall.

Hier kommt das Vögelchen: Achtung bei der Motivwahl!

Besondere Vorsicht gilt für die Fotografen unter den Influencern aber auch bezüglich der gewählten Motive: Abgebildete und erkennbare Personen müssen der Veröffentlichung der Fotos zustimmen, da andernfalls das Recht am eigenen Bild verletzt werden kann. Auch das kann in einer Abmahnung münden. Erkennbare Personen sollten bei fehlender Einwilligung also entweder anonymisiert werden oder die Fotos gänzlich unter Verschluss bleiben. Eine Ausnahme kann etwa bei der Abbildung von Personen im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung (z. B. einer Demonstration) gelten.

Und selbst Abbildungen von Gebäuden oder anderen einprägsamen Strukturen dürfen häufig nicht (zumindest nicht wirtschaftlich) genutzt werden, wenn diese im Fokus der Fotografie stehen und die Einwilligung des Eigentümers nicht vorliegt.

Und welche Gefahren bestehen nun beim Influencer-Marketing?

Neben dem Urheberrecht müssen werbetreibende Influencer das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) beachten. Dies untersagt diesbezüglich vor allem Schleichwerbung – also nicht ausreichend gekennzeichnetes und in Auftrag gegebenes Marketing für ein beliebiges Produkt.

Das bedeutet: Sollen in Fotos, Videos oder anderen Beiträgen bestimmte Produkte, Marken, Hotels o. ä. beworben werden, besteht eine entsprechende Kennzeichnungspflicht für den Influencer. Die Werbung muss als solche eindeutig zu erkennen sein. Die Kennzeichnung muss dabei auch für den Verbraucher verständlich sein. Das #ad bei Instagram etwa ist nach Ansicht vieler Verbraucherschützer nicht ausreichend.

Hier geht es zum Ratgeber des Berufverbands der Rechtsjounralisten e.V.

Sollten Sie bereits Erfahrungen mit Urheberrechtsverletzungen an Ihren Bildern gemacht haben, dann finden Sie hier die Lösung für Ihre Probleme.